Aktuelles Weltgeschehen
So richtig Druck machen kann US-Präsident Obama beim G8-Gipfel nicht. Als Gastgeber ist er - zumindest nach außen - auch Vermittler. Bundeskanzlerin Merkel ist es recht. Sie macht in ländlicher Abgeschiedenheit ihren Punkt. Genauso wie die anderen. Und Griechenland wird der Rücken gestärkt.
Mit Krawallen hatte die Polizei gerechnet - doch der Frankfurter Protest von "Blockupy" verläuft friedlich. Mit Liedern und einem bunten Aufzug ziehen die Kapitalismuskritiker bei Sonnenschein durch die Bankenmetropole. Die Gewaltbereiten sind massiv von Polizisten umzingelt.
Die Katholiken schießen sich erneut auf ihre Kirchenführung ein. Südwest-Regierungschef Kretschmann nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Ein evangelischer Bischof sieht die katholische Kirche sogar im Widerspruch zur Bibel. Der Katholikentag macht deutlich: Die Kirche ist in einer Schieflage.
Um Chef der Linken zu werden, muss Vize-Fraktionschef Bartsch an Partei-Ikone Lafontaine vorbei. Sicher ist: Die beiden können nicht miteinander und wollen das auch nicht. Nun macht Bartsch ein Angebot: Er teilt sich gerne das Amt mit Wagenknecht - der Lebensgefährtin des Saarländers.
Über Wochen verhandeln die USA schon mit China, jetzt ging alles plötzlich ganz schnell: Der blinde Bürgerrechtler Chen darf ausreisen und ist schon auf dem Weg nach New York. Begleitet wird der erleichterte Aktivist von seiner Familie.
Es ist reine Formsache: Auf dem Weg zu Neuwahlen in Griechenland löst Staatspräsident Papoulias das Parlament auf, am 17. Juni müssen die Griechen erneut an die Urnen. In Athen herrscht derweil weiter Unmut wegen des angeblichen Vorstoßes Merkels für ein Euro-Referendum in Griechenland.
Bei ersten Gesprächen während des G8-Gipfels wird deutlich: Mit ihrem Spar-Credo steht Kanzlerin Merkel ziemlich alleine da. US-Präsident Obama will ebenso wie die europäischen Partner Frankreich, Italien und Großbritannien die Konjunktur ankurbeln. Die Industrienationen werden sich am Ende wohl auf eine recht allgemein gehaltene Erklärung einigen.
Spar-Kanzlerin Merkel, Wahlkampf-Präsident Obama, "wild card" Hollande und ein machtloser Medwedew aus Russland - das ist nur die Hälfte der Köpfe, die beim G8-Gipfel in Camp David aufeinandertreffen. Alle haben ihre eigenen Probleme, müssen aber in Sachen Eurokrise, Syrien-Konflikt und Afghanistankrieg gemeinsam Position beziehen. Eine Bestandsaufnahme.
Volksabstimmung oder nicht? Noch vor kaum einem Jahr spricht sich die Bundesregierung strikt gegen ein Referendum der Griechen über ihren Verbleib in der Euro-Zone aus. Diese Haltung soll sich nun schlagartig geändert haben. Das behauptet zumindest die Regierung in Athen.
Philipp Rösler kann aufatmen. Sein Verbleib als Parteivorsitzender steht nicht mehr im Mittelpunkt parteiinterner Debatten. Jetzt entzweit Vizechefin Homburger die Liberalen ? zumindest in Bayern. Wegen eines "hirnverbrannten" Fußball-Kommentars fordert dort nun mancher ein politisches Platzverbot.



